Einführung eines globalen Manufacturing Operations Managements

Einführung eines globalen Manufacturing Operations Managements

Die Herausforderungen, vor denen Verantwortliche eines global agierenden Unternehmens stehen, sind sehr vielfältig. Ein Thema, das in vielen Betrieben eine große Rolle spielt, ist die werks- und länderübergreifende Prozessabstimmung in der Produktion. Anhand eines Praxisbeispiels möchte ich erläutern, wie diese zuverlässig unter Berücksichtigung der Nachverfolgbarkeit und kundenseitigen Anforderungen organisiert werden kann:

In meiner Rolle als SAP-Berater war ich an einem Projekt beteiligt, in dem Produktionsprozesse eines globalen Kühlsystem-Herstellers aufeinander abgestimmt werden sollten. Hierzu haben wir ein Manufacturing Operations Management (MOM) eingeführt. Ein solches System sorgt für die Steuerung, Überwachung und Kontrolle der weltweiten Produktion eines Unternehmens.

Insgesamt verfügte der Kühlsystem-Hersteller über mehr als 10 Produktionsstandorte, die zum Teil im gleichen ERP-System abgebildet waren, aber in der Steuerung des operativen Shopfloors, also der eigentlichen Produktion, relativ autark agierten. So gab es zwar einige Standard-Prozesse, die in allen Werken umgesetzt wurden. Vielerorts dominierten jedoch individuelle Prozesse den Betrieb des jeweiligen Standortes: Mitarbeiter in Mexiko arbeiteten deshalb anders als Mitarbeiter in China und Mitarbeiter aus China arbeiteten wiederum anders als Mitarbeiter in Deutschland.

Auch die Produktion war nicht immer gleich aufgebaut. So wurden in Mexiko Produktionsmaschinen eines bestimmten Typs und in Deutschland wieder andere Maschinen verwendet.

Dies führte zu verschiedenen Herausforderungen: Wenn der Kunde des Kühlsystems bspw. aus Mexiko kam, konnte es dazu kommen, dass ein Produkt über mehrere Standorte hinweg gefertigt werden musste, bevor es bereit für die Auslieferung war. Hierzu mussten die Maschinen der jeweiligen Standorte zum Teil zeitaufwendig umgerüstet werden. Besonders bei kleinen Losgrößen ist die Wertschöpfung der Fertigung dadurch extrem belastet worden und die kostenintensive Verschwendung stieg an.

Das MOM sollte die weltweite Produktion des Unternehmens soweit wie möglich vereinheitlichen. Dabei war es wichtig, alle relevanten Daten aus den jeweiligen Fertigungsstätten zu konsolidieren und zentral verfügbar zu machen.

Die Systemarchitektur des MOM

Das gesamte MOM besteht quasi aus 3 Ebenen: Die Datenbankschicht, ein lokales MES (Manufacturing Execution System) in jedem produzierenden Werk und eine globale Analytics-Produktionsplattform. Dabei wird fortgehend der Ansatz verfolgt, dass zentrale und standardisierte Services der lokalen MES nach und nach in der globalen Cloud für alle Werke zur Verfügung gestellt werden können. Dies unterstützt die Standardisierung und erhöht die zentrale Steuerbarkeit einzelner fertigender Werke.

Die Datenbankschicht versteht sich als eine lokale Datenhaltung von werkspezifischen Produktionsdaten. Hierzu wird in jedem Werk eine HANA Datenbank zur Speicherung verwendet. Die Datenbank wird wiederum von der lokalen SAP Manufacturing Execution Suite (MES) verwendet. Die werksspezifische Verfügbarkeit ermöglicht mit dem Einsatz von SAP Plant Connectivity, SAP MII und SAP ME, sowie der Integration ins SAP ERP, eine horizontale und vertikale Kommunikation zwischen Maschinen auf dem Shopfloor als auch hin zum SAP-ERP-System.

Darüber befindet sich die Analytics-Produktionsplattform, die eine Corporate-Ebene darstellt. Auf dieser Ebene werden werksspezifische Daten konsolidiert verfügbar gemacht und verschiedene Reporting- und Analytics-Services betrieben.

Um Produktionsprozesse weitestgehend zu vereinheitlichen, haben wir Funktionen, die ursprünglich mit dem MES ausgeführt wurden, auf die Ebene der Produktionsplattform gehoben. Dadurch sind diese nicht mehr jeweils in jedem Werk, sondern einmal für alle Werke definiert worden. Supply-Chain-Manager, die globale Prozesse koordinieren, können dadurch nicht nur auf globale Informationen zugreifen, sondern auch einen hohen Standardisierungsgrad sicherstellen. Auch Änderungen an zentralen Produktionsservices werden für jedes Werk wirksam. Der MOM-Rollout in mehreren Schritten ermöglicht eine Schritt-für-Schritt-Globalisierung und mindert hierdurch auch das Fehlerpotential. Besonders Änderungen an historisch geprägten Prozessen bedürfen der Einbeziehung von lokalen Mitarbeitern und Führungskräften.

Welche Funktionen lassen sich nicht auf MOM übertragen?

Im theoretischen Idealfall würden sämtliche Funktionen/Prozesse in der globalen Cloud als Service verfügbar gemacht werden. In der Praxis ist dies nicht möglich – oft sind Prozesse zum Beispiel an verschiedene gesetzliche Regelungen in den jeweiligen Ländern angepasst und können nicht zentral definiert werden. In Mexiko muss ein Lieferschein zum Beispiel ein spezielles Siegel enthalten, welches in anderen Ländern nicht benötigt wird. Somit können die einzelnen Werke zwar einen zentralen Printservice, allerdings nicht das gleiche Formular nutzen.

Roll-Out-Strategie

Bevor ein Unternehmen ein MOM einführen will, muss es zunächst einmal eine Bestandsaufnahme machen: Wie sehen die Fertigungsprozesse aus und wie wird in unterschiedlichen Ländern produziert? Nachdem diese Fragen geklärt sind, erstellt ein Team ein Konzept. Besonders relevant ist die Unterscheidung und Aufnahme von Prozessen, die weltweit vereinheitlicht werden können sowie länderspezifische Besonderheiten, die z. B. Aufgrund von gesetzlichen Anforderungen, Kundenanforderungen oder auch Innovationsdruck nur lokal gültig sind. Neben der Ist-Aufnahme wird über das Produktionskonzept auch das „Solutioning“ für Optimierungen, neue Prozesse und Prozessänderungen detailliert beschrieben. Ergebnis dieser Analyse- und Solutionsphase ist somit ein Feinkonzept, das sich im Projektlebenszyklus immer wieder verändern kann. In der Praxis ist es keine Seltenheit, dass diese Phase 1 Jahr lang oder länger dauert.

Im Falle des Kühlsystem-Herstellers erfolgte der MOM-Rollout in 3 übergeordneten Schritten. Zunächst haben wir ein MES für eine große Produktionslinie in einem bestimmten Werk implementiert. Im zweiten Schritt wurde das MES für das komplette Werk ausgerollt. Nach und nach haben wir auf diese Weise auch die Werke in anderen Ländern mit dem System ausgestattet und so eine Basis-Architektur für das MOM geschaffen. Ebenfalls konnten – vor allem während des Pilot-Rollouts – durch die Einschränkung auf einzelne Fertigungslinien die Risiken und mögliche Produktionsunterbrechungen bzw. Umsatzeinbußen minimiert werden.

Projektlaufzeit

Bei einer MOM-Einführung handelt es sich meist um ein sehr großes Projekt, da es jedes Werk eines global agierenden Unternehmens betrifft. Zudem braucht es eine gute Vorbereitung, damit alles möglichst reibungslos verläuft.

Der Kühlsystem-Hersteller, bei dem wir eine sehr ausgebaute Stufe des Systems eingeführt haben, beschäftigte rund 8.000 Mitarbeiter und verfügte über mehr als 10 Produktionsstandorte. Bis das System in allen Werken ausgerollt war, dauerte es 7 Jahre. Zwar handelt es sich dabei um eine lange Projektlaufzeit – Unternehmen profitieren jedoch bereits in diesem Zeitraum von der Einführung. Im Falle des Kühlsystem-Herstellers hatten wir bereits nach 2 Jahren die globale Produktion komplett reevaluiert und das System designed. Da es nach und nach in den Werken eingeführt wurde, profitierten die betroffenen Unternehmensbereiche bereits frühzeitig vom MOM.

Gründe für MOM

Die Einrichtung eines MOM kann viele Gründe haben. Hierunter fallen zum Beispiel spezielle Kundenanforderungen wie Chargenrückverfolgung. Indem sich die verschiedenen Produktionsstellen zentral steuern lassen, können Unternehmen ihre interne Qualität erheblich steigern. Auch der Innovationsdruck eines Unternehmens, in dem die Produktion sehr wertschöpfend ist, kann ein Grund für die Einführung eines MOM sein. Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und mit digitalen und einheitlichen Prozessen werden Betriebe in diesem Bereich nur schwer von Mitbewerbern überholt. Ein weiterer möglicher Grund, um das System einzuführen, ist der höhere Automatisierungsgrad und damit einhergehende Kosteneinsparungen.

Fazit

Global agierende Unternehmen können mithilfe eines MOM unterschiedliche Produktionsprozesse in verschiedenen Werken vereinheitlichen – das System sorgt für die Steuerung, Überwachung und Kontrolle der weltweiten Produktion. Hierzu ist es notwendig, alle relevanten Datensätze zentral verfügbar zu machen.

In der Regel handelt es sich bei einer MOM-Einführung um ein großes Projekt mit umfangreichen Vorbereitungen. Bei einer erfolgreichen Umsetzung profitieren Unternehmen von Kosteneinsparungen, schnelleren Produktionsprozessen und einer konstanten Produktqualität. Gerade für Betriebe, in denen die Produktion besonders wertschöpfend ist, kann eine MOM-Einführung deshalb sinnvoll sein.

Über den Autor

Cedric King hat Wirtschaftsinformatik in Stuttgart studiert und arbeitet seit 3 Jahren bei der mindsquare GmbH. Bereits zuvor hat er sich mit dem Bereich SAP Logistik & Produktion beschäftigt und sich mittlerweile mit dem Fachbereich Mindlogistik auf die Bereiche Prozessoptimierung, MES und Warehouse Management spezialisiert.

 

Zentraler SAP-Customizingeinstieg – mach es dir nicht zu schwer.

Falls du dir das Leben  erleichtern willst und dich nicht in den Tiefen der SPRO verirren willst: Mit den folgenden Transaktionen kannst du direkt eine abgespeckte Version der SPRO aufrufen, die thematische gegliedert ist:

 

Zentraler Customizingeinstieg – Controlling

# OKM1 – Customizing Controlling allgemein

# OKM2 – Customizing Kostenstellenrechnung

# OKOA – Customizing Abrechnung

# ORKE – Customizing CO-PA

 

Zentraler Customizingeinstieg – Einkauf / Bestandsführung

# OLMB – Customizing Bestandsführung / Inventur

# OLMD – Customizing Disposition

# OLME – Customizing Einkauf / Bestellung

# OLMR – Customizing Rechnungsprüfung

# OLMSRV – Customizing Einkauf / Dienstleistung

# OLMW – Customizing Bewertung / Kontierung

# OLQB – Customizing QM in der Beschaffung

# VOK3 – Customizing Nachrichtenfindung Einkauf

# VOK4 – Nachrichtenfindung Bestandsführung

 

Zentraler Customizingeinstieg – Nachrichtenfindung

# NACE – Zentrale Konfiguration Nachrichtensteuerung

# NACO – Konditionen der Nachrichtensteuerung

# NACP – Nachrichtensteuerung – Bedingungen

# NACQ – Nachrichtensteuerung – Konditionstabellen

# NACR – Nachrichtensteuerung – Konditionssätze

# NACS – Nachrichtensteuerung – Zuordnung Zugriffsfolge

# NACT – Nachrichtensteuerung – Konditionsarten

# NACU – Nachrichtensteuerung – Konditionsarten

# NACV – Nachrichtensteuerung – Partnerdefinition

# NACW – Nachrichtensteuerung – Verarbeitungsprogramme

# NACX – Nachrichtensteuerung – Zugriffsfolgen

# NACY – Nachrichtensteuerung – Feldkatalog

# NACZ – Nachrichtensteuerung – Schema

 

Zentraler Customizingeinstieg – Vertrieb / LES

# OLML – Customizing LES

# VOBO – Konfiguration Rückstandsauflösung

# VOFM – SD Zentales Customizing Bedingungen / Formroutinen

# VOK0 – Konfiguration Preisfindung

# VOK1 – SD Customizing Kontenfindung

# VOK2 – SD Customizing Nachrichtenfindung

 

Zentraler Customizingeinstieg – Konditionskonktrakte

# WB2R_IMG – Customizing für Kontraktabrechnung

 

cu, Isa.

SAP-Customzingtransaktionen entschlüsselt – merk‘ dir die CUS_IMGACH

Vor einiger Zeit hatte ich dargestellt, wie Transaktionen im SAP-System ermittelt werden können: Geheime SAP-Transaktionen – leider gibt es sie nicht, aber …. Hier hatte ich auch erklärt, das im Customizing (SPRO) durch einblenden der der IMG-Aktivativität vielfach auch der Transaktions-Code dargestellt wird:

# Menüleiste IMG-Aktivitäten darstellen: Zusatzinformation -> Zusatzinformationen -> Schlüssel anzeigen -> IMG-Aktivität:

# Die letzten 4-Stellen der IMG-Aktivität stellen die direkten Transaktionscode dar:

 

Doch leider gilt dies nicht immer; es gibt viele Customizing-Aktivitäten, deren Transaktion nicht in der IMG-Aktivität verschlüsselt ist. Bspw. die Definition der Lagernummer, deren IMG-Aktivität SAPC_LGNUM ist. Hier ist die Transaktionscode nicht aus der IMG-Aktivität zu entnehmen:

 

 

Hier kannst du aber den entsprechenden Transaktionscode einfach mittels der Tabelle CUS_IMGACH nachschauen:

# Tabellenbrowser SE16N aufrufen

# Im Selektionsfeld „IMG Aktivität“ SAPC_LGNUM eingeben und ausführen (F8)

# Jetzt wird die entsprechende Transaktion zur IMG-Aktivität im Feld Transaktionscode (S_ALR_87007555) dargestellt:

 

cu, Isa.

Miguel hat recht gehabt – Wie man die SAP Konditionspflege anpassen kann.

Wenn du im SAP-System eine Konditionssatz anlegst oder änderst, dann werden dir normalerweise die Felder der Konditionstabelle folgendermaßen angezeigt:

In oberen Beispiel lege ich die Preiskondition PR00 (per Transaktion VK11) mit dem Zugriff VKORG, VTWEG, Auftragsart, Auftraggeber und Material an. Hier sind die ersten 4 Felder der Konditionstabelle im oberen Bereich angeordnet und das letzte Feld Material als Position aufgeführt.

 

Doch das muss nicht unbedingt so sein; man kann die Konditionstabelle auch so einstellen, dass das Pflegebild wie folgt aussieht:

Hier sind nur die Felder VKORG und VTWEG im Kopfbereich und die weiteren Felder sind als Positionen aufgeführt. Mit diesem Ansatz hast du nun die Möglichkeit vielmehr Daten in einem Bild zu pflegen.

 

Und so wird es gemacht:

# Im Customizingpfad den Punkt „Konditionstabelle definieren“ aufrufen, in den Punkt „Konditionstabelle ändern“ abspringen und die Tabelle eingeben, die zu ändern ist – in meinem Beispiel die 991

 

# Hier zur „Technischen Sicht“ wechseln

 

# In der technische Sicht kannst du einfach die Feld, die positionsweise aufgeführt werden sollen, mit anhaken der Option „PosFeld“ definieren – das wars – nachdem erneuten generieren der Tabelle (das rote BMW-Icon), werden diese Felder im Pflegebild in den Positionen dargestellt.

 

cu, Isa

 

P.S. An dieser Stelle ein dickes Danke an Miguel, der mir diese Option im Rahmen eines Workshops zur Pflege neuer Zugriffsfolgen vorgestellt hat.

 

 

 

Ein kurzer Überblick zur SAP ERP Historie.

Vor einigen Wochen bin ich bei der Recherche zum aktuellen S/4HANA auf folgenden Tabelle gestoßen, die einen super Überblick über die historische Entwicklung von SAP gibt:

 

# 1972 – SAP R/1 System RF

# 1979 – SAP R/2 Mainframe System

# 1992 –  SAP R/3 Enterprise Edition 1.0A

# 1993 – SAP R/3 Enterprise Edition 2.0

# 1995 – SAP R/3 Enterprise Edition 3.0

# 1998 – SAP R/3 Enterprise Edition 4.0B

# 1998 – SAP R/3 Enterprise Edition 4.3

# 1999 – SAP R/3 Enterprise Edition 4.5B

# 2001 – SAP R/3 Enterprise Edition 4.6C

# 2002 – SAP R/3 Enterprise Edition 4.6F

# 2003 –  SAP R/3 Enterprise Edition 4.7

# 2004 – SAP ERP Central Component (ECC) 5.0

# 2005 – SAP ERP Central Component (ECC) 6.0

# 2006 – SAP Enhancement Package 1 for SAP ERP 6.0

# 2007 – SAP Enhancement Package 2 for SAP ERP 6.0

# 2008 – SAP Enhancement Package 3 for SAP ERP 6.0

# 2009 – SAP Enhancement Package 4 for SAP ERP 6.0

# 2010 –  SAP Enhancement Package 5 for SAP ERP 6.0

# 2012 – SAP Enhancement Package 6 for SAP ERP 6.0

# 2013 – SAP Enhancement Package 7 for SAP ERP 6.0

# 2018 – SAP Enhancement Package 8 for SAP ERP 6.0

# 2015 – SAP S/4 Business Suite for HANA

 

cu, Isa.

6 Tabellen zu SAP-Änderungsbelegen, die man kennen sollte.

Im SAP kann man nichts machen ohne Spuren zu hinterlassen; ob du einen Beleg anlegst, ein Stammdatum anpasst oder eine Customizingeinstellungen veränderst, alles wird sehr akkurat protokolliert. Folgende 6 SAP-Tabellen bilden die zentralen Datenquellen, in denen SAP die Änderungen ablegt:

 

#1 CDHDR – Änderungsbelegkopf

#2 CDPOS – Änderungsbelegpositionen

#3 SE16N_CD_KEY – Änderungsbelege: Kopf (per SE16N)

#4 SE16N_CD_DATA – Änderungsbelege: Daten (per SE16N)

#5 TCDOB – Liste der Änderungsobjekte

#6 TCDOBT – Texte zu Änderungsobjekten

 

cu, Isa.

SAP-Änderungsnachrichten: Der kleine Unterschied zwischen SD und MM.

Manchmal ist man schon überrascht, warum es diese enormen Unterschiede zwischen dem Modul SD (Sales and Distribution) und MM (Materialmanagement) gibt. Beide Module sind ja im Grunde zwei Seiten einer Medaille, aber trotzdem bietet die MM-Bestellanlage gegenüber der SD-Auftragsanlage ganz andere Möglichkeiten, und bspw. auch das Thema Kunden-Material-Infosatz kann man kaum mit dem Einkaufsinfosatz vergleichen. Auch wenn es fachliche Gründe für die Unterschiede gibt, habe ich doch vielfach die Vermutung, dass einfach zwei unterschiedliche und vor allem unabhängige Teams die Module entwickelt haben.

 

Ein weiterer Unterschied zwischen MM und SD sind die Einstellungsmöglichkeiten von Änderungsnachrichten. Änderungsnachricht ist eine Funktion innerhalb der Nachrichtenfindung, die es erlaubt, eine schon versendete Nachricht erneut zu verschicken, wenn bestimmte Änderungen im Beleg erfolgt sind. Bspw. eine Auftragsbestätigung an den Kunden per Mail: Diese Nachrichten kann so eingestellt werden, dass die Nachricht als Änderungsnachricht erneut versendet wird, wenn die Terminierung sich ändert, die Preise angepasst werden ohne eine neue Position hinzukommt. Die selbe Funktion steht in MM auch für die Bestellung zur Verfügung; wenn sich an der Bestellung etwas ändert, kann automatisch eine Änderungsnachricht versendet werden. Doch diese Einstellungsmöglichkeiten in SD und MM sind komplett unzterschiedlich aufgesetzt:

 

Änderungsnachrichten im SD-Modul

Im SD-Modul wird zur Nachrichtenart eine Änderungsroutine definiert, die per ABAP auszuprägen ist:

# Zunächst wird pro Nachrichtenart (hier RD03 – Barverkauf) die Option Mehrfachversendung gesetzt

# Und anschließend im Bereich Änderungsnachrichten innerhalb des Programms SAPLV61B die Form-Routine KOBED_014 definiert.

## Innerhalb der Form-Routine KOBED_014 wird explizit im Coding die Bedingung definiert, die zur Auslösung einer Änderungsnachricht führt: In diesem Beispiel erfolgt eine Änderungsnachricht, wenn sich der Nettopreis sich ändert.

 

Änderungsnachrichten im MM-Modul

In MM kann kann hingegen ohne ABAP recht weit kommen: Durch einfaches Zusammenklicken, das System einstellen, so dass Änderungsnachrichten erzeugt wird:

# Zunächst wird im Customizing (Feinsteuerung Nachrichten Einkauf) die Nachrichtenart (hier NEU) als relevant für Änderungsnachrichten gekennzeichnet:

 

# Als nächsten wird definiert, bei Änderung welcher Feld in den Belegen (Bestellung, BAnf, …) eine Änderungsnachricht erzeugt werden soll.

 

cu, Isa.

SAP WE60 – Aktiviere die erweiterte IDoc-Doku und erfahre mehr.

Mit der Transaktion WE60 kann man sich übersichtlich die Dokumention zu allen IDoc-Basistypen anschauen. Doch wenn man folgende Option nicht aktiviert, wird man leider nur wenig von der Dokumentation sehen können:

 

# Die Transaktion WE60 aufrufen und über die Menüleiste -> Springen den Punkte „Benutzereinstellungen …“ aufrufen.

# Im nächsten Screen…

## zunächst über das Stift-Icon den Änderungsmodus aktivieren,

## anschließend die Anzeigeattribute „Ausgabe der Dokumentation“ und „Ausgabe der Feldwerte“ aktivieren

## und letztlich die Einstellung sichern:

 

So nun werden in der Dokumentation der IDoc-Basistypen (WE60) umfangreichere Daten dargestellt.

 

cu, Isa.

Lies die SAP-Hilfe – es steckt mehr darin, als du denkst.

Zu jedem Feld (einfach per F1), zu jeder Customizing-Stelle (direkt im Customizing-Pfad) und zu jedem Report (in der SE38) hat SAP eine mehr oder weniger umfangreiche Dokumentation spendiert. Doch ich kenne viele Berater, die nichts von der SAP-Hilfe halten; zum Teil sind dies sehr erfahrene Berater, die alte SAP-Releases kennen, bei denen die Doku tatsächlich nicht sehr hilfreich war.

Ich muss sagen, dass ich immer wieder und auch gerne die SAP-Hilfe nutze und mir Dokumentationen durchlese. Hier bei stösst häufig auf kleine Schätze, und denkt sich „Wow … coole Informationen, die bereit gestellt werden.“ Ein schönes Beispiel ist die Dokumentation (einfach auf das Doku-Icon klicken) im Customizing-Pfad (SPRO) für Ist-Aufnahme und Soll-Konzept-Erstellung für das WM-Modul; hier kurz und knapp beschrieben, wie ein Punkte bei der Konzeption des WM zu beachten sind:

 

Ein weiteres Beispiel ist die Dokumentation der „autom. kreditorischen Buchung per EDI“ bei der Internen Verrechnung im Customizing (auch hier wieder einfach auf das Doku-Icon klicken) im Customizing (SPRO); hier wird sehr ausführlich beschrieben, was und wie eingestellt sein muss, um die Funktion zu aktivieren:

 

cu, Isa.